Navigation und Service

Navigation

Hauptmenü

Inhalt

AFS-Bericht
Ers­ter AFS-Be­richt zur La­ge und Ent­wick­lung der Fi­nanz­sta­bi­li­tät an den Bun­des­tag

Das Niedrigzinsumfeld kreiert Ertragsdruck für viele Finanzmarktakteure und fordert die deutschen Lebensversicherer besonders. Diese und weitere Themen hat der AFS am 18. Juni 2014 im ersten Jahresbericht an den Deutschen Bundestag vorgestellt.

Der Bericht des AFS stellt die Lage und Entwicklung der Finanzstabilität dar und informiert über die Tätigkeit des AFS im Zeitraum seit der Gründung von Januar 2013 bis März 2014. Der AFS stellt fest, dass sich die Lage der Finanzstabilität in Deutschland im Berichtszeitraum entspannt hat. Allerdings existiert eine Reihe von Risiken. So bestehen weiterhin Anfälligkeiten sowohl aufgrund von Forderungen gegenüber Schuldnern aus Ländern, die von der europäischen Schuldenkrise besonders betroffen sind, als auch aus Forderungen gegenüber wirtschaftlich geschwächten Sektoren. Hinzu kommen Herausforderungen, die sich aus strukturellen Veränderungen im Finanzsystem ergeben können, wie etwa der zunehmenden Bedeutung von Schattenbanken. Daneben wirkt sich auch das anhaltende Niedrigzinsumfeld auf die Stabilität des deutschen Finanzsystems aus.

Im Berichtszeitraum gehörten zu den erörterten Themen die europäische Schuldenkrise, Risiken im Zusammenhang mit der Suche nach Rendite und die umfassende Bewertung („Comprehensive Assessment“) der von der EZB zukünftig zu beaufsichtigenden Banken. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen aufgrund seiner auf Deutschland begrenzten Zuständigkeit die Themen, die in den Kompetenzbereich der Bundesregierung, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und anderer öffentlicher Stellen im Inland fallen.

Generell können niedrige Zinsen und großzügige finanzielle Rahmenbedingungen den Nährboden für den Aufbau von Finanzstabilitätsrisiken bilden. Besonders intensiv befasste sich der AFS vor diesem Hintergrund mit der Entwicklung im Wohnimmobilienbereich. Im Berichtszeitraum war bisher keine sich selbst verstärkende Spirale aus nicht nachhaltigen Preiserhöhungen, steigender Verschuldung und Lockerung der Kreditbedingungen festzustellen. Der AFS wird die Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes jedoch weiterhin sorgfältig beobachten. Das Niedrigzinsumfeld verschärft außerdem die Ertragsschwäche bei Kreditinstituten und sorgt bei Lebensversicherern für Ertragsdruck.

Der AFS beschloss außerdem die möglichen Auswirkungen ausländischer Schattenbanken auf die Finanzstabilität in Deutschland weiter zu beobachten. Schließlich arbeitete der AFS daran, die eigene Strategie auszuarbeiten sowie makroprudenzielle Instrumente zu bewerten und zu operationalisieren, damit die zuständigen Stellen im Bedarfsfall Fehlentwicklungen entgegenwirken können.